40 Jahre gelebte Partnerschaft – Besuch unserer tansanischen Partnerschule in Hildesheim (29.11. – 13.12. 2025)

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums unserer Schulpartnerschaft durften wir im November und Dezember Gäste der Iambi Secondary School am Scharnhorstgymnasium Hildesheim willkommen heißen. Der Besuch war ein besonderer Höhepunkt unseres Jubiläumsjahres. Die Erleichterung und Freude bei allen Beteiligten war riesig, dass diese Begegnung tatsächlich noch zustande kam – nachdem es im Jahr 2025 bereits zwei Versuche gegeben hatte, die aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert werden konnten.

Mehr als zwei Tage dauerte die Anreise aus Tansania für die zwei Lehrkräfte und die zehn Schüler*innen, mit öffentlichen Bussen, Minibus und Flugzeug sowie zwei Zwischenübernachtungen in Singida und Arusha. Am Flughafen Hannover erfolgte eine herzliche Begrüßung durch Schüler*innen, Lehrkräfte und Gastfamilien und ein erster Kontakt mit dem winterlich kalten deutschen Wetter.

In den ersten Tagen des zweiwöchigen Besuches standen die persönliche Begegnung und das Kennenlernen im Mittelpunkt: ein Rundgang durch unsere Schule, die Teilnahme am Unterricht, gemeinsame Ausflüge sowie ein offizieller Empfang im Hildesheimer Rathaus durch Oberbürgermeister Dr. Meyer boten hierzu viele Gelegenheiten.

Zentrales Element des Besuchs war das gemeinsame Projekt „Kunst trifft Handwerk – Kangas, Blaudruck und andere Drucktechniken“. In deutsch-tansanischen Kleingruppen setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit traditionellen Textil- und Drucktechniken auseinander und erforschten deren kulturelle, historische und gesellschaftliche Bedeutung. Dabei wurde deutlich, wie eng Kunst, Handwerk und Identität miteinander verbunden sind – sowohl in Tansania als auch in Deutschland.

Ein mehrtägiger Aufenthalt in Berlin erweiterte den Blick zusätzlich: eine Führung im Humboldt Forum, der Besuch einer Ausstellung zur Geschichte Tansanias sowie ein Besuch des Reichstagsgebäudes (inklusive einer Plenarsitzung) eröffneten neue Perspektiven auf globale Verflechtungen und kulturelles Erbe. Auch kulinarisch wurde einiges typisch Deutsche getestet, so zum Beispiel Currywurst, Döner und Apfelschorle.

Ein besonderer Projekttag fand am 5. Dezember statt. Unter der Leitung von Mathilde Thomasella, ENSA-Trainerin, arbeiteten die Teilnehmenden in einem Workshop zu Themen wie interkulturelle Kommunikation und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Workshop bot Raum für Reflexion, Austausch und Teambuilding und stärkte die Verbindung innerhalb der deutsch-tansanischen Gruppe nachhaltig.

Ein weiterer Höhepunkt war die Exkursion nach Einbeck, bei der die Gruppe einen Einblick in die Tradition des Einbecker Blaudrucks erhielt, der als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. In einem praktischen Workshop konnten die Schülerinnen und Schüler selbst tätig werden und Parallelen sowie Unterschiede zu afrikanischen Textiltechniken entdecken. Der Besuch machte anschaulich, wie Handwerk über Ländergrenzen hinweg Wissen, Geschichte und Identität transportiert. Unübertroffenes Highlight in Einbeck war jedoch die „Splash Box“. Dabei konnten die Schüler*innen mit unterschiedlichen Farben auf eine Leinwand spritzen und selbst Kunst entwerfen. Im Maleranzug und mit Zahn- oder Klobürste ausgestattet, sorgte dieses „Action Painting“ für ein unvergessliches Erlebnis bei alle Beteiligten.

Zurück in Hildesheim lag der Fokus auf der kreativen Umsetzung der gewonnenen Eindrücke. Inspiriert von dem bisher Gesehenen und Gelernten konnten die Schüler*innen eigene Ideen im Batikverfahren umsetzen. Die Projektarbeit wurde bewusst in den Kontext der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, insbesondere des Ziels SDG 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“, eingebettet. So verband das Projekt künstlerisches Arbeiten mit globalem Lernen und Zukunftsfragen.

Den feierlichen Abschluss bildete ein großes gemeinsames Abschlussessen, zu dem Schülerinnen und Schüler, Eltern, Vereinsmitglieder und weitere Interessierte eingeladen waren. Bei Musik, selbstgemachten Chapati und Bohnen sowie zahlreichen Fotos aus dem diesjährigen Austausch und aus vergangenen Projekten wurde gemeinsam gefeiert, erinnert und nach vorn geblickt. Dieser Abend machte noch einmal deutlich, wie wertvoll und lebendig diese Schulpartnerschaft ist.

Der Besuch unserer tansanischen Partnerschule hat das 40-jährige Jubiläum zu einem gelungenen Abschluss gebracht. Er war nicht nur ein Rückblick auf vier Jahrzehnte engagierter Zusammenarbeit, sondern vor allem ein Blick in die Zukunft – auf neue Projekte, gemeinsame Ideen und eine Partnerschaft, die weiterhin von Begegnung, Offenheit und gegenseitigem Lernen getragen wird.

Ermöglicht wurde diese Begegnung durch die freundliche Förderung von ENSA (Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm) sowie der Niedersächsischen Staatskanzlei, denen wir für ihre Unterstützung herzlich danken.

Dorit Solbrig

BBS Herman Nohl mit Gemeinschaftsgartenprojekt in neuer Veröffentlichung des Projekts Austausch macht Schule vertreten

Partner:
Berufsbildende Schulen für Gesundheit und Soziales, Herman-Nohl-Schule, IP1, Initiativen Partnerschaft Eine Welt e. V. und ELCT, Montessori Training Center, Moshi (Tansania)

Zeitraum:
22.08. – 12.09.2023, Hildesheim
Förderung: ENSA – Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm
Niedersächsische Staatskanzlei
Bericht: Welcome to Hildesheim! – ein Reiseblog

In beiden Schulen sind Themen der Sustainable Development Goals (SDGs) und der nachhaltigen Entwicklung ständig im Unterricht oder in Projekten vertreten. In der Ausbildung zu Erzieher:innen und Ergotherapeut:innen sowie der gymnasialen als auch der Montessori-Ausbildung spielen Themen, wie der Umgang mit natürlichen Ressourcen, z.B. Wasser, eine elementare Rolle. Die Rahmenrichtlinien der beruflichen Ausbildungen in den Sozial- und Gesundheitsberufen lehnen sich stark an den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung an.

Die Publikation kann hier auf der Website des Projekts Austausch macht Schule eingesehen und abgerufen werden.

Erste Sonderpreisvergabe der Bundesländer beim Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik – und BBS Herman-Nohl-Schule hat gewonnen!

Die BBS Herman-Nohl-Schule hat beim 11. Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ teilgenommen.

Insgesamt haben sich deutschlandweit tausende Schülerinnen und Schüler an der diesjährigen Jubiläumsrunde des Schulwettbewerbs zur Entwicklungspolitik beteiligt und eigene Projektideen zum Rundenthema „Globaler Kurswechsel: Sei du selbst die Veränderung!“ entwickelt.

Hierbei hat das Schulaustauschprojekt Tansania 2022/ 2023 der BBS Herman-Nohl-Schule mit dem Beitrag „Everyone matters! -Inklusion und Diversität in der frühkindlichen Entwicklung“ ein dreisprachiges Kinderbuch den regionalen Sonderpreis auf Bundeslandebene gewonnen.

9 deutsche und 10 tansanische Schüler*innen haben unter Anleitung ihrer Lehrkräfte, Ines Schöpfs/ Lars Müller/ Sr. Christina Nakey/ Michael Alfred sowie der 1. Vorsitzende der Initiativen Partnerschaften Eine Welt e.V. Ute Wittenberg, ihre Projektidee zur Gestaltung einer nachhaltigen und lebenswerten Zukunft beim 11. Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ eingereicht. Erstmalig seit Bestehen des Wettbewerbs kürten Vertreterinnen und Vertreter der 16 Bundesländer besonders gelungene Beiträge aus ihrer Region.

Und genau da konnte die BBS Herman-Nohl-Schule mit dem Beitrag „Everyone matters“ ein dreisprachiges Kinderbuch zu Diversität und Inklusion überzeugen und sich den regionalen Sonderpreis sichern.

Die BBS freut sich sehr über diesen Erfolg und die Würdigung des geleisteten Engagements von Grace Leskary Mirura, Eunice Patrick Kimaro, Viola Humphrey Lema, Restuta Musa Mwihava, Rakon Tureto Mollel, Hillary Romani Njau, Timo Lüders, Cato Stumpp, Lara Helena Blumenberg, Lina Sophie Reinhold, Jasmin Neufeld, Christine Gerndt, Lea Sophie Diederichsen, Alyssia Vanessa Alpers, Doreen Frank Ngwo, Dorah Frank Ngowo, Joyce Zacharia Daffi, Judith Eugen Ngowi, Isack Laizer und Samuel Russom.

Am 23.08.2024 erfolgte die Preisverleihung in Hannover durch das niedersächsische Kultusministerium und Engagement Global.